Osterpfarrbrief 2018

Österliche Augen für den Durchblick des Lebens

  Die Werbung weiß sehr wohl die Menschen mit optischen Reizen zu fesseln. Das, worauf die Blicke der Menschen gerichtet werden, erregt Aufmerksamkeit und hat Anziehungskraft. Die Augen der Menschen entdecken Neues und wollen es nicht nur in ihren Händen halten, sondern auch in Besitz und für sich in Anspruch nehmen. Die menschlichen Augen sind aber auch Medium der Glaubwürdigkeit in dem, was sie sehen und wahrnehmen. Und wir sehen heute vieles, was uns vor Augen geführt wird, Wesentliches und Unwesentliches für die Gestaltung und die Qualität unseres Lebens. So ist es längst keine Seltenheit mehr, dass wir vor dem, was wichtig und entscheidend für unser Leben ist, unsere Augen verschließen. Auch sind unsere Augen geblendet, verdunkelt, weil wir zu einer Gesellschaft geworden sind, die gerne bei dem Unbequemen, der Ungerechtigkeit, dem Leid, der Not wegsieht. Wir leiden an einer Sehschwäche unseres Herzens, die nicht mit Dioptrien gemessen und repariert werden kann, sondern nur noch im Maß der Liebe und des Glaubens.

Die Nacht aller Nächte

Doch Ostern will uns die Augen öffnen und unseren Blick hinlenken auf das, was für unser Leben wichtig, ja lebenswichtig ist . Diese Nacht ist die Nacht aller Nächte, die durch das Licht Jesu Christi einzigartig erhellt worden ist und diese Welt erleuchtet hat. Das Osterevangelium mit der wunderbaren Botschaft der Auferstehung Jesu lenkt unseren Blick gleichsam auf den zentralen Inhalt unseres Glaubens. Gleich dreimal ist hier vom Sehen die Rede:

- Die ersten Zeuginnen von Ostern sahen , dass der Stein weggewälzt    war;

- die drei Frauen sahen im Grab einen jungen Mann in weißen Ge-    wändern sitzen,

- und sie sahen auf die Stelle, wo Jesus lag - sie sahen das leere Grab.

Ihre Augen haben das leere Grab eingefangen, aber der Glaube an die Auferstehung Jesu, die Freude und der innere Friede haben ihre Herzen noch nicht erreicht. Erst in der Begegnung mit dem Auferstandenen und in der Erkenntnis, dass er tatsächlich lebt, sind auch die Augen ihrer Herzen geöffnet worden, und sie glauben.

   Jetzt erst ist für sie Ostern: Das, was ihre Augen gesehen haben, hat das Herz erobert und wird zu einem lebendigen, frohen und überzeugenden Glauben, der ansteckt und sich wie ein Lauffeuer verbreitet.

Die Auferstehung Jesu - eine Revolution des Lebens 

Ostern will uns die Augen öffnen für das Leben. Alles Leid und alle Verwundungen, Sterben und Tod trüben unsere Augen mit Kummer und Tränen, verdunkeln sie in der Verzweiflung und Ratlosigkeit. Doch die Auferstehung Jesu und die Begegnung mit ihm sind das größte Wunder des Lebens.

Ostern ist die erste große Revolution des Lebens. Das leere Grab und Ostern sind kein optischer Reiz, sondern eine Wirklichkeit Gottes, die in seiner Liebe zu den Menschen gründet.

Die Auferstehung Jesu ist auch keine fantasievolle Erfindung von Menschen, die ihre Lebenssituation nicht mehr zu ertragen wissen und sich wie kleine Kinder die Augen zuhalten, um sich eine heile Welt auszudenken. Seit Ostern treten wir Menschen in einen neuen Raum ein, und Ostern wird zum Maßstab des christlichen Lebens, das hell erleuchtet ist vom neuen Leben Jesu Christi. Durch seine Auferstehung wurde dem Tod jegliche Macht genommen, von nun an ist er ohnmächtig, gesiegt hat das Leben. Wer an Ostern die Augen öffnet und zum Glauben kommt, der investiert in das Leben.

Uns Christen werden im Geheimnis der Auferstehung österliche Augen geschenkt, die fortan den Durchblick für das Leben bekommen. Österliche Menschen haben einen offenen und geweiteten Blick für das wahre Leben . Menschen, die Ostern verstanden haben und an Ostern glauben, sehen die Welt mit österlichen Augen und wissen, dass das Leben einen Sinn hat und es sich zu leben lohnt. Das, was durchkreuzt war, ist geradegebogen und hat neue Lebenskraft bekommen. Alle menschlichen Brüche, alles Halbfertige, unsere Versäumnisse, alle Wunden, alles Sterbliche und aller Tod sind durch Ostern geheilt und sind hineingenommen in das Leben.

Die österliche Botschaft ist Auftrag

Österliche Augen sind wache und strahlende Augen, die einen Weitblick haben für das eigene Leben und für das Leben anderer. Uns Christen ist diese österliche Botschaft nicht nur geschenkt worden, sie ist uns auch als Mission aufgetragen, sie unter die Leute zu bringen.

Die drei Frauen bekommen noch im leeren Grab den Auftrag »Nun aber geht!«. So sollen auch wir hinaustreten aus dem Raum der Kirche, hinein in den Raum der Welt, um als österliche Menschen zu leben und von dieser großartigsten aller großartigen Botschaften zu erzählen. Das geschieht mit unserer Person und unserer Persönlichkeit, das geschieht in dem Maß, wie weit wir die Augen unserer Herzen geöffnet haben, um glaubwürdige Zeugen zu sein.

Die Botschaft von Ostern gehört zu haben, das alleine reicht nicht. An sie zu glauben und sie weiterzuerzählen wie jene Frauen am Ostermorgen ist zu unserem Auftrag geworden. Und wir können diesen Auftrag in Freude annehmen. Gott selber traut uns zu, solche Osterboten zu sein, weil er uns dazu seine österliche Kraft schenkt.     Der verstorbene Aachener Bischof Klaus Hemmerle hat es so formuliert:

Ich wünsche uns Osteraugen, die im Tod bis zum Leben, in der Schuld bis zur Vergebung, in der Trennung bis zur Einheit, in den Wunden bis zur Herrlichkeit, im Menschen bis zu Gott, in Gott bis zum Menschen, im Ich bis zum Du zu sehen vermögen.

Und dazu alle österliche Kraft. Diese Kraft ist uns geschenkt. Unterschätzen wir sie nicht!

Wir wünschen allen Gemeindemitgliedern der Pfarreien Witzenhausen und Hebenshausen ein gesegnetes Osterfest 2018 und die Erfahrung des Auferstandenen in ihrem Leben. Ihr Pfarrer Hans-Jürgen Wenner und Ihre Justyna Beer  


  Kpl. Osterpfarrbrief 2018  als pdf

Weihnachtspfarrbrief 2018
 
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