Osterpfarrbrief 2016

Liebe Schwestern und Brüder!
Das geistliche Wort möchte ich mit einer Anekdote beginnen:
"Ach", sagte die Maus, "die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so weit und breit, dass ich Angst hatte; ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich links und rechts in der Ferne Mauern sah. Aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe." - "Du musst nur die Laufrichtung ändern", sagte die Katze - und fraß sie.
Diese Fabel ist ein Bild für unser Leben. Zuerst liegt es vor uns, voll unendlicher Möglichkeiten, fast zum Erschrecken. Dann finden wir allmählich unseren Platz und richten uns ein. Aber mit den Jahren wird es immer enger und die Gewissheit immer deutlicher: Wir laufen auf das Ende zu, auf den Tod. Im letzten Zimmer steht dann die Falle. Kein Ausweichen ist möglich, keine Richtungsänderung hilft: vor uns die Falle, die zuschnappen wird, und hinter uns die Katze, die uns frisst, wenn wir der Falle zu entgehen suchen. So empfinden viele Menschen das Leben: als ausweglosen Lauf in den Tod.
Im Grunde stimmt das Bild. Am Ende unseres Lebens, und das ist todsicher, steht wirklich der Tod, und niemand kann ihm entrinnen.
Wie ein scharfer Kontrast dazu klingt das, was wir in diesem symbolreichen österlichen Gottesdienst in immer neuen Worten und Bildern feiern und bekennen: Der Herr ist wahrhaft vom Tode auferstanden. Jesus lebt, der Tod ist besiegt! Der am Kreuze starb, ihn hat der Vater auferweckt!
Das ist nicht irgendeine christliche Aussage von vielen. Das Neue Testament lässt darüber gar keinen Zweifel aufkommen: Die Botschaft von der Auferstehung Jesu ist das absolute Fundament unseres Glaubens, das Herzstück, die Mitte. Von Ostern, von der Auferstehung geht alles aus. Weil der Herr auferstanden ist, gibt es uns Christen, gibt es die Kirche, gibt es die 7 Sakramente. Deshalb hat uns jemand einmal zu Recht als Osterleute bezeichnet. Eine sehr schöne Definition.
Tod und Auferstehung Jesu sind für uns der Grund unseres Seins, die Quelle all unserer Hoffnung, der Ursprung allen Heils. Darum kann die Kirche diese ihre Urbotschaft nicht zur Disposition stellen. Damit steht und fällt das Ganze. Paulus sagt es deutlich: "Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos." (1 Kor 15,14)
Alle Feinde des Christentums und alle widergöttlichen Mächte versuchen deshalb mit besonders großer Intensität, diese Grundlage, auf der wir stehen, sturmreif zu schießen. In steter Regelmäßigkeit etwa bei STERN und SPIEGEL zu den großen christlichen Festtagen. Das Ziel bei diesen wissenschaftlich wertlosen Artikeln ist immer das gleiche: Jesus auf seine Menschheit zu reduzieren und als vergangene Geschichtsperson darzustellen. Als bloßer Mensch hat er dann das Grab natürlich nicht hinter sich gelassen. Sie wissen ganz genau, ist der Auferstehungsglaube erst einmal weg gebrochen, dann fallen die Christen ganz schnell wieder ins Heidentum, also in die vorerlöste Zeit zurück. Sie leben dann wieder so wie die Weltmenschen, als ob es keinen Tod, kein Gericht, keinen Himmel und keine Hölle gäbe.
Wenn Christus nicht auferweckt worden ist, dann sind wir betrogen worden - und das auf ganz schäbige Weise. Nun aber ist der Herr wahrhaft auferstanden, wie alle Zeugen es formulieren. Sie betonen dieses wahrhaft deshalb, weil sie ja auch im Verdacht standen, Märchen zu verbreiten. Bei einem so außergewöhnlichen Ereignis, das keine Parallele in der Geschichte hat und etwas gewagt als Mutationssprung bezeichnet werden kann, versteht sich der Zweifel von selber. Unsere Worte können diese Explosion des Lebens ja auch nicht adäquat ausdrücken, deshalb brauchen wir so viele Symbole. Für mich sind die angeführten Zeugen deshalb sehr glaubwürdig, weil sie bereit waren, für diese Botschaft zu sterben. Stirbt man für eine Lüge?
Lassen wir uns nicht durcheinander bringen und uns die Freude nicht von denen nehmen, die nur an Mess- und Zählbares glauben. Freuen wir uns von Herzen darüber, dass Ostern uns Hoffnung und Zukunft schenkt. Vertrauen wir uns dem Lebendigen an, dann sind wir auf dem rechten Weg.
Im Gegensatz zur Maus wissen wir, dass unser Leben nicht mehr ausweglos in der Falle oder in den Krallen der Katze endet, sondern, dass sich im letzten Zimmer eine Tür auftut: eine Tür - nicht zurück ins alte Leben, sondern hinein in Gottes unabsehbare Zukunft, in sein ewiges, himmlisches Reich.
Jesus hat uns die Tür geöffnet, durch die er selbst gegangen ist. Was der Vater an ihm getan hat, wird er auch an uns tun. Deshalb singen wir es am Schluss auch mit großer Inbrunst: "Jesus lebt, mit ihm auch ich!" Amen! Halleluja!
Ich wünsche allen Gemeindemitgliedern der Pfarreien Witzenhausen und Hebenshausen ein gesegnetes Osterfest 2016 und die Erfahrung des Auferstandenen in ihrem Leben.
Ihr


Pfarrer Hans-Jürgen Wenner




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