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Bibelwort: Matthäus 11,2-11

 

Wir sind Johannes. So einfach ist das. Und so schwer. Wir sind die, die in allen Lebenslagen

auch zweifeln und fragen: Ist Jesus der, den wir brauchen? Johannes fragte das, nachdem

ihm übel mitgespielt wurde – ihm, der doch auf dem Weg war, Menschen durch Wahrheit

zu erlösen. Johannes wollte, dass wir uns erkennen. Als die Reichen, die wir sind. Und die zu

teilen haben, um erlöst zu werden von all dem, was sie belastet. Er wollte, dass der König Herodes

sich erkennt als der Mächtige, der sein Volk eher bedrückt, als befreit – und der gerne mal mit den

römischen Besatzern gemeinsame Sache macht.

Aber seine Worte, die erlösen sollen, werden nicht gehört oder nicht verstanden oder nicht befolgt.

Johannes ahnt im Gefängnis, dass er gescheitert ist – da, wo er jetzt angekommen ist. Eine Hoffnung

aber hat er noch: Dass Jesus der ist, der erwartet wird. Die Hoffnung erfüllt ihm Jesus. Mehr noch,

Jesus krönt Johannes mit Worten, die bedeutender nicht sein können: Johannes ist der Bote,

der nötig war; der Bote, der schon Hunderte von Jahren vorher angekündigt wurde.

Johannes ist der Bahnbrecher, sozusagen. Auch weil er zweifelt wie wir alle. Der Glaube wächst

durch den Zweifel. Das ist Johannes; das ist der Segen, der durch Johannes in unserer Welt ist.

Johannes ist nicht gescheitert. Er ist vollendet.

 

Michael Becker

 



 

 




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