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Bibelwort: Matthäus 5,38-48

 

Jesus war kein Schwärmer und kein Träumer. Er lebte im Diesseits und sah, was Menschen

bewegte, bedrückte, was ihnen Sorgen machte. Wenn er etwas sagte, hatte es Hand und Fuß,

wie man so sagt. Und auf die immer wieder zu hörende Frage, ob man mit der Bergpredigt leben

oder gar Politik machen könne, hätte Jesus ein klares Ja gesagt. Wie viele andere nach ihm übrigens auch.

Es geht bei der Bergpredigt und den berühmten Worten von der Feindesliebe nicht darum, sie

wörtlich zu nehmen. Wichtiger als alles Wörtliche ist immer der Geist in den Worten. Und wenn

man Jesus nicht unbedingt wörtlich nehmen soll, nimmt man ihn geistlich. Das heißt dann: Lass dir

von einem anderen niemals das Gesetz des Handelns aufzwingen. Und wenn du dich wehren muss,

was geschehen kann, dann wehre dich so, dass es möglichst zum Staunen, zum Überraschen –

vielleicht sogar zum Frieden führt. Es geht Jesus nicht um Backpfeifen, Hemden und Meilen;

es geht ihm um den Geist der Gegenwehr. Sie soll himmlische Fantasie haben. Weil nur

das aus dem Teufelskreis ausbricht, der erst die Augen, dann die Zähne zerschlägt – und bald noch viel mehr. Wenn Jesus so spricht, spricht er im Vertrauen auf Gott, unseren Vater, der den Frieden liebt.

Und die Friedfertigen, die – auch wenn sie sich wehren – immer alles tun, dass Frieden daraus wachsen kann.

 

Michael Becker

 

 

 



 

 

 




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