Osterpfarrbrief 2013

Geburtsstunde des Lebens und des Glaubens
Johannes-Evangelium 20, 11-18 : Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.
Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du?
Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria!
Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.
Das unbegreifliche Geheimnis von Tod und Leben
Was wir an Ostern feiern, geht über das menschliche Begreifen. Es ist so unerhört und so unglaublich, dass selbst Maria Magdalena und die Jünger nicht verstehen, was da geschieht. Noch lähmt sie die Erinnerung an Jesu qualvollen Tod. Sie können es nicht fassen: Jesus, mit dem sie so lange Zeit unterwegs waren, den sie verehrt und geliebt haben, dessen Worte und Taten ihnen Hoffnung und Kraft gegeben haben, er soll tot sein?
Wenn ich diese Sätze sage, denke ich an viele Begegnungen mit Menschen unmittelbar nach dem Tod eines ihnen lieben Angehörigen. Kaum zu fassen, dass der geliebte Mensch nicht mehr da sein soll, dass seine wohltuende Nähe nicht mehr zu spüren ist und seine vertraute Stimme schweigt.
Und es kommt mir so mancher schwere Gang an ein Grab in den Sinn, wie mit zitternden Händen dem Sarg ein letzter Gruß unter Tränen folgte. Wie schwer gingen mir da die Worte des Ritus am offenen Grab über die Lippen: »Herr Jesus Christus, du hast drei Tage im Grab gelegen und durch deine Auferstehung das Grab für uns zum Zeichen der Hoffnung gemacht.«
Das Grab Jesu - Geburtsort des Lebens
Ich spüre, wie wichtig in solchen Situationen der Glaube ist. Angehörige, die angesichts des Todes eines ihnen lieben Menschen die Kraft des christlichen Glaubens an die Auferstehung in sich tragen, sind für mich Menschen wie Maria Magdalena, Bürgen der Wahrheit der Auferstehung. Sie sind für mich Zeugen, dass durch den Tod nicht einfach alles aus ist, sondern dass der Tod wie die Geburtsstunde einer neuen Wirklichkeit ist, für die uns die Worte fehlen, in die hinein wir aber alle unterwegs sind.
Petrus, Johannes und Maria Magdalena konnten das, was sie am Grab Jesu erfahren haben, auch nicht in Worte fassen. Es war für sie wie die innere Geburt des gläubigen Wissens: Der Herr lebt und ist unterwegs zu Gott.
Das Grab Jesu wird zum Geburtsort des Glaubens an die Auferstehung der Toten. Die Trauer der Jünger und Maria Magdalenas verwandelt sich in Hoffnung und Zuversicht und wird zum fröhlichen
Osterjubel: Der Herr lebt bei Gott, unserem Vater, und auch wir werden leben, für immer! Halleluja!
Das Vertrautsein mit Jesus im Leben - Hoffnung angesichts des Todes
Dieser Glaube verändert alles. Er möchte unser gesamtes Dasein durchdringen und uns gerade angesichts des Todes eine unerschütterliche Hoffnung ins Herz legen.
Viele Menschen unserer Tage glauben zwar an ein Weiterleben nach dem Tod, sie haben allerdings keine Ahnung, was dieser Glaube mit ihrem Leben zu tun haben könnte. Bei solchen Menschen spüre ich, wie meine Worte, die angesichts des Todes vom christlichen Glauben an die Auferstehung sprechen, nur wenig Resonanz finden.
Und wenn ich auf Maria Magdalena schaue, dann wird mir klarer, warum: Damit Maria Magdalena in der Stimme des Gärtners die Stimme Jesu erkennen konnte, hat es eines tiefen Vertrautseins mit Jesus bedurft. Dieses Vertrautsein ist im Laufe ihres Lebens gewachsen. Sie hat viel Zeit mit Jesus verbracht. Sie war mit ihm vertraut wie mit einem guten Freund, dem eigenen Kind oder dem Ehepartner. Ja, sie hat ihn geliebt. Deshalb konnte sie in der Stimme des Gärtners die vertraute Stimme Jesu erkennen und zu der Gewissheit gelangen: Er lebt!
Um angesichts des Todes an die Auferstehung glauben zu können, braucht es also ein Vertrautsein mit Jesus im Leben. Und dieses Vertrautsein fällt nicht einfach von Himmel, es wächst in Zeiten, die man mit Jesus verbringt, im Gebet, im Gottesdienst, im Lesen in der Schrift, und es wächst, wenn Menschen im Sinne Jesu handeln und Gott und den Nächsten von Herzen lieben wie sich selbst.
Dunkle Stunden im Leben - Geburtsstunden des Glaubens
Die Not vieler Menschen unserer Tage ist es, dass ihnen Erfahrungen mit Jesus fehlen. Sie sind nicht vertraut mit ihm, deshalb erkennen sie seine Stimme nicht in der Vielzahl der Stimmen, die sie hören, sie spüren seine Nähe nicht in den zahlreichen Menschen, die mit ihnen leben. Umso dringlicher ist es, dass wir, die wir an die Auferstehung glauben und aus diesem Glauben zu leben versuchen, unseren Mitmenschen in Wort und Tat Zeugnis von unserer Hoffnung geben: Jesus lebt, er ist wahrhaft vom Tod erstanden!
Gehen wir wie Maria Magdalena in die Welt, zu den Menschen, mit denen wir leben, und verkünden ihnen die Frohe Botschaft: Jesus lebt, und auch wir werden leben, wenn wir auf ihn vertrauen, uns mit ihm vertraut machen und in seinem Sinne handeln! Tun wir dies mit froher Zuversicht, ohne Furcht und mit freien Händen, kühn und lebendig, weil wir wissen, dass wir dem Herrn begegnet sind!
Mit dem Verstand allein kann man nicht begreifen, was damals in Jerusalem geschehen ist. Nur über den Verstand kann man nicht zum Glauben kommen. Es braucht die Begegnung mit dem Auferstandenen und mit den Menschen, die an ihn glauben und sein Leben in sich tragen. Schenken wir unseren Mitmenschen diese Erfahrung! Ohne sie können sie kaum zum Glauben finden. Schenken wir ihnen diese Erfahrung vor allem dann, wenn sie es am meisten brauchen: angesichts des Todes, der Trauer, des Leides, der Krankheit und der Schmerzen, wenn es dunkel ist. Wie für Maria Magdalena, die in der Dunkelheit zum Grab gegangen ist, können solche dunklen Stunden die Augenblicke sein, in denen der unerschütterliche Glaube an die Auferstehung in einem Menschenherzen geboren wird.
Darum dürfen wir das Osterhalleluja singen und uns jener Freude hingeben, die uns niemand je nehmen kann: Der Herr hat uns erlöst. Der Himmel wurde uns wieder geöffnet.
Der Herr ist uns vorausgegangen, um uns eine Wohnung vorzubereiten. Auch wir dürfen einmal mit ihm auferstehen und zum ewigen Ostern gelangen.
Eine gnadenreiche und
gesegnete Osterzeit
wünscht Euch allen
Euer
Pfr. Hans-Jürgen Wenner




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