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Vorzeitige

Feier der Heiligen Firmung 2019

Diakon Michael Kräbs, Julius, Felix, Justina, Pfarrer Paul Schupp
 

Zu einem besonderen Tag begrüßte Pfarrer Paul Schupp am 23. Juni 2019 die drei Firmlinge Justina Koukal, Julius Striegel und Felix Urbon. Der eigentliche Termin der Firmung ist erst im November; doch dann werden diese drei bereits unterwegs sein, um unterschiedliche Auslandserfahrungen jeweils für ein Jahr in aller Welt zu sammeln. Sie werden andere Schulen besuchen und Sprachen erlernen. Auch Erfahrungen mit Glauben und Kirche werden dabei sein!

Als Nachfolger der Apostel sind Bischöfe die eigentlichen Zelebranten der Firmfeier und Spender der Firmung. Doch in bestimmten Situationen wie dieser können sie Priester mit der Spendung des Sakraments beauftragen. Dies hatte Bischof Michael Gerber gerne in einem persönlichen Brief an Pfarrer Paul Schupp getan, den dieser anlässlich der Generalprobe präsentiert hatte. Gefirmt wurde jedenfalls ebenso in einem feierlichen Festgottesdienst in der Kirche Sankt Maria. Zwei der drei Firmlinge sind in der Gemeinde Herz Mariae zu Hause, doch die Firmung erfolgt stets im Pastoralverbund Sankt Maria West, und man hatte sich für die neoromanische Rosenkranzkirche am Bebelplatz entschieden – und für diesen Pfarrer: Pfarrer Paul Schupp.

Die Firmlinge waren 14, 15 und 16 Jahre alt. In unserer Diözese beträgt das Mindestfirmalter 14 Jahre.

Wie einst an Pfingsten wird im Sakrament der Firmung der Heilige Geist übertragen. Was bereits in der Taufe auf Jesus Christus grundgelegt wurde, so Pfarrer Paul Schupp in seinen Begrüßungsworten, wird in der Firmung gestärkt:

Die erste Lesung (Buch Sacharja 12,10-11.13,1) enthielt eine dementsprechende Vision: „So spricht der Herr: Über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems werde ich den Geist des Mitleids und des Gebets ausgießen.“ Und: „An jenem Tag wird für das Haus David und für die Einwohner Jerusalems eine Quelle fließen zur Reinigung von Sünde und Unreinheit.“

Hinführend auf die zweite Lesung trugen Paula Aufenanger (vokal) und ihr Vater Michael (Gitarre) das Hallelujah des kanadischen Singer-Songwriters Leonard Cohen vor – eine Freundschaftsgeste auf besonderen Wunsch! Ein „Halleluja“ stellt den liturgischen Freudengesang in der jüdisch-christlichen Tradition zum Lob Gottes dar. Der Text der dargebrachten Version von Cohen beginnt passenderweise mit Verweisen auf König David.

Paula bei ihrem Auftritt
 

In der zweiten Lesung, im Brief des Paulus an die Galater (3,26-29), hieß es: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid "einer" in Christus Jesus. Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung.“

Evangelium

» Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. « 

Es folgte das Evangelium nach Markus (Mk 1, 7-11). In seiner Predigt lud Pfarrer Paul Schupp die Firmbewerber ein, ihre Sinne zu öffnen, um das Wirken des Herrn zu spüren, aufmerksam zu werden, für die „Zeichen SEINER Herrlichkeit“: „Erkennen, wer ER ist“. Es sei hilfreich, festzustellen, dass alles gut sei – mit Verweis auf die Schöpfungsgeschichte: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut.“ Und auch: „Es wurde Abend und es wurde Morgen“ (1.Mose 1,31). Denn, so Schupp, es „wird (immer) wieder sehr gut“. Dazu müsse man eben immer wieder erkennen, wer ER, also Jesus Christus sei, mit seinem Werk und seiner Wirkung - durch den Heiligen Geist, gesalbt und gesandt.

Woher – wohin?

Für die Firmlinge gelte es, ihre eigenen, persönlichen Lebenswege zu finden, mithilfe der Gaben des Heiligen Geistes. Sie heißen: Weisheit, Erkenntnis, Einsicht, Rat, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Genau mit diesen Gaben will Gottes Geist den Menschen inspirieren und Lebenshilfe geben.

Die Firmung bringt noch näher zu Christus, weil sie in uns Christen die Gaben des Heiligen Geistes vermehrt. Auch verbindet sie uns noch stärker mit der Kirche. Die Kraft des Heiligen Geistes hilft, praktisch aus dem Glauben zu leben und das Evangelium Jesu Christi zu bezeugen als lebendige Glieder, "Bausteine" der Kirche.

Der Heilige Geist spendet die Kraft, diesem Auftrag gerecht zu werden, der auch in den Lesungen benannt wurde.

Taufbekenntnis

Nachdem bei der Taufe ihres Kindes die Eltern den Glauben bekannt hatten, legten nun die Firmbewerber ihr eigenes Bekenntnis ab - in Ich-Form; denn alle taten dies wirklich für sich selbst.

Darin enthalten: „Glaubt ihr an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der, wie einst den Aposteln am Pfingstfest, so heute euch durch das Sakrament der Firmung in einzig­artiger Weise geschenkt wird?“ - „Ich glaube.“ Denn, so Pfarrer Schupp: „Das ist unser Glaube, der Glaube der Kirche, zu dem wir uns in Jesus Christus bekennen.“

Spendung der Firmung

Nachdem Pfarrer Paul Schupp alle eigeladen hatte, in einem Augenblick der Stille niederzuknieen und für die Firmbewerber zu beten, breitete er die Hände aus, um die Gaben des Heiligen Geistes zu erbitten, für  „geistbegabte" Menschen bzw. Jugendliche und nun „Mitarbeiter des Herrn“:

- ein hörendes Herz und Klugheit in der Nutzung der eigenen Möglichkeit (Weisheit)

- die Gabe der Unterscheidung zwischen Gut und Böse (Einsicht)

- ein Planen, das Gott einbezieht (Rat)

- richtiges Denken, das nach biblischem Verständnis im Herzen beginnt und zu sorgender Anteilnahme führt (Erkenntnis)

- die Kraft zur Umsetzung des als richtig Erkannten (Stärke)

- die Rückbindung an Gott als Grundhaltung (Gottesfurcht)

- Vertiefung in Gebet und Gottesdienst (Frömmigkeit).

„Wir bitten dich, Herr, sende ihnen den Heiligen Geist, den Beistand. Gib ihnen den Geist der Weis­heit und der Einsicht, des Rates, der Erkenntnis und der Stärke, den Geist der Frömmigkeit und der Gottesfurcht. Durch Christus, unseren Herrn.“ – „ Amen.“

Bei der Firmung stehen die Paten hinter den Firmbewerbern und legen ihnen die Hand auf die rechte Schulter.

Die Eltern sind und bleiben ihren Kindern die ersten und wichtigs­ten Zeugen des Glaubens. Die (katholischen) Paten bekunden mit der Übernahme ihres Amtes die Bereitschaft, den Weg des Lebens und Glaubens des ihnen anvertrauten Jugendlichen zu begleiten.

Salbung mit Chrisam und Friedensgruß

Die Salbung ist das in der Bibel bezeugte Symbol für die Geistmitteilung. Könige wurden auf diese Weise geehrt und gestärkt, wie die Jugendlichen einige Jahre zuvor in der Erstkommunionvorbereitung gelernt hatten. Chrisam, ein mit wohlriechenden Duftstoffen versehenes Olivenöl, ist ein Zeichen für Stärkung und Reinigung. Der Heilige Geist stärkt zum richtigen Handeln und reinigt von dem, was von Gott weglenkt.

Dazu zeichnet üblicherweise der Bischof mit Chrisam ein Kreuz auf die Stirn der zu Firmenden. Pfarrer Schupp tat dies und legte den drei Jugendlichen einzeln die Hand auf und sprach zu jedem: „Justina – Julius – Felix, sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ – Persönliche Antwort: „Amen.“

Fürbitten

Nach dem Friedenswunsch trugen die Gefirmten ihre Fürbitten vor. Diese hatten sie zuvor selbst - sehr durchdacht - vorbereitet. Auch ein Firmheiliger, d.h. ein selbstgewählter Heiliger bzw. eine Heilige, unter dessen/deren Schutz man sich stellt, fand Erwähnung. Antonius von Padua wurde zitiert, der einst vor Fischen predigte, weil ihm die Menschen nicht zuhören wollten. - Was das Leben eben an persönlichen Herausforderungen bringen mag, speziell auch in der Zeit des Aufbruchs der drei Jugendlichen, weiß man nicht. 

Um den persönlichen Schutz Gottes wurde gebeten und gebetet.

Julius trägt seine Fürbitten vor
 

Nach einem stimmungsvollen „Laudato Si“ zur Gabenbereitung unter Begleitung von Familie Aufenanger - an der Orgel hatte ansonsten Kantor Thomas Pieper begleitet - wurde Eucharistie gefeiert. 

Die Firmung ist nicht nur eine Stärkung des persönlichen Glaubens, sondern auch ein Fest der Kirche. Das wurde erfahrbar.

DANKE!

Christine Striegel

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