Jugend im Bistum Fulda
Die Kleingruppe aus Volksmarsen und Naumburg bei der Willkommensfeier mit Papst Franziskus an der Cinta Costera, mit Michelle Jestädt (4.v.l.)
Die Kleingruppe aus Volksmarsen und Naumburg bei der Willkommensfeier mit Papst Franziskus an der Cinta Costera, mit Michelle Jestädt (4.v.l.)

Unterschiedliche Länder, eine Hoffnung

Kleingruppe aus Volkmarsen und Naumburg nimmt begeistert an der Willkommensfeier mit Papst Franziskus teil

Neun Jugendliche aus Volkmarsen und Naumburg sind unter der Leitung von Patrick Koczwara als Pilger der Kurzvariante beim Weltjugendtag in Panama. Als „Volkburger Dorfkinder“ – eine Kombination aus Volkmarsen und Naumburg mit Bezug zum ländlichen Raum im Wolfshagener Land – ziehen sie mit ihrer blauen Fahne durch Panama City. Nach dem verpassten Anschlussflug und dem Tag Pause in Atlanta sind die Jugendlichen gut in ihren Gastfamilien angekommen und erleben nun intensiv den Weltjugendtag.


Am Beginn stand die Katechese von Weihbischof Jörg Michael Peters aus dem Bistum Trier. Er verdeutlichte den Jugendlichen im Colegio de la Salle, wie das Motto des Weltjugendtages – Nimm mein Ja, siehe ich bin eine Magd des Herrn – richtig zu verstehen sei. Dabei gehe es nicht um ein sklavisches Verständnis. „Auch heute machen Menschen manchmal alles, um diesen oder jenen Job zu bekommen. Das ist hier aber nicht gemeint“, so Peters in der Kapelle der Schule. Maria habe vielmehr aus freien Stücken diesen Satz gesagt. Dabei sei ihr ja vielleicht gar nicht so überzeugt daher gekommen, sondern eher in dem Sinn: „Wenn du Gott dahinter stehst, warum nicht“, so Peters. Der Trierer Weihbischof lud die Jugendlichen ein, den Refrain des Weltjugendtagsliedes nicht als Sklaven, sondern als freie Menschen zu singen, die zu Gott Ja sagen im Sinn, warum nicht.


In der Heiligen Messe predigte Bischof Marc Stenger aus dem Bistum Troyes in Frankreich. In gutem Deutsch unterschied er Liebe und Freundschaft voneinander. Bei der Liebe erwarte man etwas zurück, nämlich auch geliebt zu werden. Bei der Freundschaft dagegen brauche man nicht zu kalkulieren. „Freunde sind der größte Schatz des Lebens, denn dort kann man richtig Vertrauen haben“, so Stenger. Liebe und Freundschaft gehörten daher zusammen. Nur dann könne man ganz für alle da sein.


Nach der Katechese machten sich die verschiedenen Kleingruppen auf dem Weg zur Cinta Costera. Per U-Bahn oder Bus reisten viele ins Stadtzentrum und konnten durch verschiedene Gesänge in die Weltjugendtagsatmosphäre eintauchen. Auch die Kleingruppe aus Volkmarsen und Naumburg genossen die Stimmung, die dann ganz an der Cinta Costera zu spüren war. „Wir hatten Glück und ergatterten einen sehr guten Platz, von dem aus wir sogar die Bühne sehen konnten“, erzählt Michelle Jestädt. Die Stimmung sei super gewesen, da sie mit Sanitätern zusammen tanzten und viele Fotos mit Jugedlichen aus aller Welt machten. „Es war unglaublich, zu sehen wie viele junge Menschen zusammenkommen, um den Papst zu sehen und ihre Begeisterung für den Glauben zum Ausdruck zu bringen“, berichtet die 22-jährige Gemeindeassistentin und ergänzt: „Es ist toll zu sehen, wie offen alle Pilger hier sind. Selbst, wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen, sind die Begegnungen immer herzlich und voller Freude“, so Jestädt.


Papst Franziskus formulierte in seiner Ansprache an die Jugendlichen auch diesen Gedanken. Er fragte die Jugendlichen eindringlich, ob sie lieber Mauern bauen wöllten oder Brückenbauer sein wollen. Natürlich schrien die Jugendlichen ihr Ja zum Brückenbauer zum Papst entgegen, der daraufhin klar machte: „Die unterschiedlichen Ländern spalteten nicht die Menschen. Sie sind vereint durch die eine Hoffnung der Liebe“, so der Pontifex wörtlich. Liebe zementiere also nicht Unterschiede, sondern vereine die Menschen untereinander. Nach der Ansprache des Papstes sangen alle Jugendlichen zum Schluss das Weltjugendtagslied. Michelle Jestädt ist von diesem Moment tief bewegt: „Egal wo ich hin gesehen habe, die Gesichter der jungen Pilger haben alle gestrahlt.“ Jestädt erhofft sich in den kommenden beiden Tagen noch weitere solche bewegenden Erfahrungen.


Am Freitag wird der Tag der Versöhnung gefeiert, den alle Jugendlichen des Bistums Fulda gemeinsam mit einem Abend der Versöhnung begehen. Da dieser Abend zu später Stunde Ortszeit stattfindet und am Samstag der Aufbruch zum Abschlussgelände ist, wird in den kommenden beiden Tagen kein Bericht erscheinen. Nach einer Nacht unter freiem Himmel, findet am Sonntag die Abschlussmesse mit Papst Franziskus statt. Daher gibt es erst wieder zur neuen Woche einen Bericht, wenn die Jugendlichen zurück in ihren Gastfamilien sind.

Text: Sebastian Pilz 

Fotos: Sebastian Pilz und Paul Kowalski