Bistum Fulda

Sehnsuchtsort, spirituelle Mitte und bewegender Raum

Bistum Fulda feiert 50 Jahre Seminarkapelle mit Festvortrag und Pontifikalamt

Fulda . Der 50. Weihetag der Fuldaer Seminarkapelle wurde am vergangenen Freitag gefeiert. Regens Dompräbendat Dirk Gärtner konnte dazu zahlreiche Gäste zu einem Festvortrag im Auditorium maximum in der Theologischen Fakultät sowie zu einem Pontifikalamt in der Kapelle mit Diözesanadministrator Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez willkommen heißen.


In seinem Festvortrag zur Baugeschichte der Kapelle hat Diplomingenieur Martin Matl mit zahlreichen Bildern und lebendig die wechselvollen Überlegungen und Studien für den Neubau einer Seminarkapelle vorgestellt. Diese waren dabei nicht nur vom jeweiligen architektonischen und künstlerischen Zeitgeist geprägt, wie der stellvertretende Leiter des bischöflichen Bauamtes ausführte, sondern auch vom jeweils baulich situativen Kontext. Als Beispiel nannte er die Wiederaufbauplanungen nach den Zerstörungen von Teilen des Priesterseminars während des Zweiten Weltkriegs. Allen Entwürfen und Skizzen lagen aber vor allem theologische und liturgische Überlegungen zugrunde, so Matl. So konkurrierten dabei Entwicklungen des Kirchenraumes vom Bild einer Schar in Marschordnung bis hin zu einer im Kreis um den Altar versammelten, mitfeiernden Gemeinde. Er unterscheid dabei die Ausprägungen der Entwürfe für den Kapellenbau und die Erweiterung des Seminars in Historismus (die ersten Pläne), Modernismus (vor dem Krieg) und nach dem Krieg restaurativer Neoklassizismus. 

 

Die Seminarkapelle, wie sie sich jetzt darbietet, wurde vor über einem halben Jahrhundert unter der Federführung des damaligen Regens Dr. Raphael von Rhein initiiert und von dem bekannten Architekten Sep Ruf geplant und ausgeführt. Dabei sei die Entstehung eines weiteren Sakralbaus im Dombezirk nicht unumstritten gewesen, so Matl. Für ihn sei die Kapelle ein „bewegender Raum“, der „Balance zwischen Modernität und Monumentalität“ verkörpere, so durch die Verwendung moderner Baumaterialien wie Beton, Stahl und Glas. Die Sandsteinverkleidung würde dabei einen Bezug zum Dom und die Umgebungsbebauung herstellen. Weiter Akzente wurden in der Folgezeit geschaffen mit dem gläsernen Verbindungsgang, dem neuen Vortragkreuz und dem Lichtkonzept. 

 

Den anschließenden Festgottesdienst feierte Weihbischof Diez zusammen mit Regens Gärtner, dessen Vorgänger Monsignore Prof. Dr. Cornelius Roth und Spiritual Dr. Wolfgang Hartmann. Für Diez sei die Seminarkapelle ein besonderer Ort, sagte er in seiner Predigt. Kapellen sollten „Sehnsuchtsorte“ sein. Die Sehnsucht sei es, die den Menschen antreibe. Auch wenn sie bittersüß sei, würden die Menschen sie anstreben, so Diez. Der Oberhirte sagte, dass die Altarwand eine Verbildlichung des Sehnsuchtsortes aller Christen sei, nämlich die Darstellung des himmlischen Jerusalems von Georg Meistermann nach der Beschreibung im Buch der Offenbarung. Diez sagte, dass das Bild zeige, wie wir Menschen auf der Erde dieses himmlische Jerusalem wahrnehmen, nämlich noch nicht so lichtdurchleuchtet, wie wir es dann wahrnehmen werden, wenn wir dort sein werden. Dennoch sei im Zentrum das Kreuz erkennbar und damit die Botschaft, das Christus den Mittelpunkt bildet. Somit werde deutlich, dass die Sehnsucht für den Christen kein unerfülltes Abstraktum sei, sondern eine erwartete Erfüllung, so Diez. „Es ist ein uns verheißenes Ziel“, bekräftigte er. Abschließend stellte der Weihbischof heraus, dass die Seminarkapelle ein wichtiger Ort und geistige Heimat sei. Das Gotteshaus bilde eine spirituelle Mitte, ohne die sich kein geistliches Leben entwickeln könne.

31.10.2018


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