Bistum Fulda

Fotos: Dr. Arnulf Müller

12. „Talk am Dom“ im Café Ideal in Fulda

Spannende Lebensgeschichten, bewegende Fotos und alte Bekannte

Fulda. Als Moderator Dr. Klaus Depta um punkt 20 Uhr die Gäste zur 12. Auflage von „Talk am Dom“ im voll besetzten Cafe Ideal begrüßte, durften sich die Zuschauer auf einen unterhaltsamen Abend mit einer guten Mischung an spannenden-, heiteren-, und tiefgründigen Themen freuen. In fünf Interview-Runden führte Depta gekonnt humorvoll unterhaltsame Gespräche mit seinen interessanten Gesprächspartnern. 

 

Den Auftakt machte Lothar Peitz , Pastor und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Hessen-Rheinhessen. Die ACK versteht sich als eine Gemeinschaft von Kirchen, die das Kennenlernen der verschiedenen Konfessionen fördert und eine Plattform für Information, Beratung und Zusammenarbeit bietet. In Hessen gehören rund 5 Mio. Christen zu den 15 Mitglieds- und 3 Gastkirchen in der Arbeitsgemeinschaft.


„In Deutschland ist Ökumene bewusst keine Aufgabe der Kirchenleitungen, sondern der Kirchenbasis!“


Dort sei die Arbeit keinesfalls immer einfach. Gibt es doch viele Unterschiede im Amts-, und Kirchenverständnis sowie im Sakramentsverständnis der Christlichen Kirchen. „Die Kirchen sind wichtig in ihrer Individualität und darin besteht auch die Chance in den unterschiedlichen Zugangswegen zum christlichen Glauben“, so Peitz. Der „größte gemeinsame Nenner“, sei der gemeinsame Glaube an den auferstandenen Jesus Christus. Ergebnisse der guten Kooperation in der Arbeitsgemeinschaft sind z.B. der ökumenische Weltgebetstag der Frauen und der Schöpfungstag, den die Kirchen jedes Jahr gemeinsam vorbereiten und durchführen.


In jungen Jahren begann die Begeisterung von Alexander Keidel für die Kirchenmusik. Als Kind hatte er sich bereits für die Kirchenorgel in seinem Heimatort interessiert und scheiterte damals zunächst an der Größe: „Mit meinen kurzen Beinen die über die Orgelbank baumelten, konnte ich damals die Pedale noch nicht erreichen, erzählt Keidel schmunzelnd von seinen ersten Erfahrungen.


„Auch die Kirchenmusik hat einen Verkündigungsauftrag- den sollten wir wahrnehmen!“ 

 

Heute komponiert und arrangiert der hauptamtliche Chorleiter und Organist selbst christliche Stücke und begeisterte das Publikum mit einer kleinen Auswahl seines Könnens bei der musikalischen Gestaltung des Talk-Abends.


Obwohl der 28-jährige nie explizit Kirchenmusik studiert hat, vereint er viele Interessen und Fertigkeiten als Organist, Komponist und Chorleiter, die ihm in seinem Beruf sehr nützlich sind. „Vielleicht bin ich der Prototyp einer neuen heranwachsenden Generation von Kirchenmusikern!“ sagt Keidel über sich selbst.


Beruflich ist er jedenfalls sehr erfolgreich: Der begeisterte Musiker leitet seit diesem Jahr den Knabenchor der Frankfurter Domsingschule und gemeinsam mit Kollegen hat er ein Klavierbuch zum Limburger Eigenteil des neuen Gotteslobes herausgegeben. 

 

Im Hauptberuf arbeitet Ursula Hillebrand als Rechtsanwältin in der Kanzlei ihres Mannes. Für die Caritas in Fulda ist sie in der Schuldner- und Insolvenzberatung tätig und wird dabei auch mit den Schattenseiten unserer Gesellschaft konfrontiert. Zweimal pro Woche führt sie eine „Offene Sprechstunde“ durch und sucht gemeinsam mit den Betroffenen nach Wegen aus den Schulden. Dabei sei eine Privatinsolvenz die letzte Option, sagt Hillebrand.

 

„Zu uns in die Schuldnerberatung zu kommen ist für viele Menschen ein sehr schwerer Schritt!“


Bei der Caritas hat sie ein innovatives Projekt entwickelt: Schubs – die Kurzform für „Schuldner- und Budgetberatung für Senioren“. Denn gerade für ältere Menschen sind Schulden ein Tabuthema, weiß Ursula Hillebrand: „Senioren scheuen sich oft davor, Leistungen wie Wohngeld zu beantragen.“   Meist führten Schicksalsschläge wie der Tod des Partners, Trennung oder Unterhaltsverpflichtungen in die Schuldenfalle. Auch Arbeitslosigkeit oder Psychische Erkrankungen könnten zum gesellschaftlichen Absturz führen. Hillebrand ermutig trotzdem alle Betroffenen zur Beratung: „Es gibt immer eine Perspektive für die Leute, das ist auch das Schöne an meiner Arbeit!“


Mit einem Ständchen „Viel Glück und viel Segen“ bedachten die Zuschauer den früheren Fuldaer Generalvikar und Weihbischof Prof. Dr. Ludwig Schick nachträglich zu seinem 68. Geburtstag. Schick ist seit 2002 Erzbischof von Bamberg und Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz und für viele Fuldaer ein „alter und gerngesehener Bekannter“. Überrascht von den spontanen Glückwünschen dankte Schick seinen vielen Fuldaer Freunden und Bekannten und erklärte seine Verbundenheit zur Domstadt in der er viele Jahre an der theologischen Fakultät lehrte und wirkte. 

 

„Wir müssen vor allem die Armen in der Welt schützen – sie werden oft buchstäblich verraten und verkauft!“


Von Depta angesprochen auf die Päpstliche Enzyklika „Laudato Si“ mahnt Schick zu Verantwortungsbewusstsein gegenüber unserer Umwelt: „Wir sagen jeder Mensch hat die gleiche Würde und die gleichen Rechte – das ist sehr wichtig, um unsere Erde als gemeinsames Haus zu begreifen!“ Das Erzbistum Bamberg engagiere sich mit Solartechnologien und energetischen Sanierungen von Kirchenimmobilien bereits aktiv im Klimaschutz. In Bamberg hat der Erzbischof außerdem zwei Stiftungen gegründet: „ Brot für alle Menschen “ fördert die Selbstständigkeit von Familien in Ländern des Südens mit Landwirtschaftsschulen und der Option sich mit „Family Farming“ selbst mit Lebensmittel zu versorgen. Die Stiftung „ Kinderreich “ unterstützt kinderreiche Familien in Deutschland. „Große Familien und Kinder sind Reichtum, aber auch Armutsrisiko“, sagt Schick, der Familien darin unterstützen möchte „selbst zu Lobbyisten“ für ihre Anliegen zu werden. 
 

Der Fotograf Kai Pfaffenbach erhielt in diesem Jahr den World Press Foto Award 2017 für das Siegerfoto von Usain Bolt beim 100m Olympia Halbfinale in Rio. Mit seinen Fotos erzählt er Geschichten von Höhepunkten, Niederlagen und Schicksalen, von Menschlichem und Unmenschlichem. Gerade die Fotos von Krieg und Zerstörung nehmen ihn emotional auch oft mit, sagt Pfaffenbach. „Ich weiß dann ganz genau das ist radikalste Zerstörung – da ist nichts mehr übrig!“


Als Cheffotograf der Nachrichtenagentur Reuters gilt er mittlerweile als einer der besten Fotojournalisten der Welt, der mit seinen Aufnahmen gelegentlich auch das Cover des renommierten Time Magazins bestückt. Dabei hat der Hanauer nach dem Besuch des Franziskanergymnasiums und einem Volontariat beim Radio nie eine Fotografische Ausbildung genossen.


„Ich verstehe mich nicht so als Fotokünstler – ich bin eher der Handwerker!“


Seine Professionalität hat er sich in vielen Einsätzen erarbeitet. „Man muss vor allem antizipieren können“, sagt Pfaffenbach auf die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis. Fünf Monate im Jahr ist er weltweit unterwegs und das verlangt auch der Ehefrau und seiner kleinen Tochter einiges ab. Und obwohl die Tochter sehr wohl die Gefahren kennt, unter denen ihr Papa seinen Job macht, haben beide großes Verständnis für den Beruf: „Das ist einfach ein wichtiger Teil von dem was ich gerne machen will“, sagt Pfaffenbach.


Die Zuschauer im Café Ideal dankten dem Moderator mit herzlichem Applaus für einen interessanten Abend. Der nächste „Talk am Dom“ wird am 15. März 2018 stattfinden. Dr. Klaus Depta versprach seinem Publikum auch für den nächsten Termin wieder spannende Gäste auf dem Podium.

02.10.2017


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