Als Sohn einer römischen Adelsfamilie begann er zunächst eine Verwaltungslaufbahn. Er gründete dann das Andreaskloster in Rom und trat dort als Mönch ein. Nach einer Karriere im päpstlichen Dienst wurde er 590 als erster Mönch zum Papst gewählt. In der Erneuerung des religiösen Lebens setzte er die römische Lehre als allein verbindliche durch und verteidigte den Vorrang der Kirche und des Papsttums. Durch die Verteidigung Roms gegen die Langobarden 592/593 festigte er die Stellung der Päpste als Stadtherren Roms. Von Gregor ging die Initiative zur Bekehrung der Angelsachsen aus. Seine Predigten zur Auslegung der Bücher Hiob und Ezechiel begründeten seine Autorität als Kirchenlehrer. Im Mittelalter galten sie als Standardwerke, die auch Hrabanus Maurus oft zitierte. Als geistliche Lesung in Klöstern wurden seine ‘Dialogi’ fester Teil der monastischen Literatur. Seine ‘Regula pastoralis’ wurde als ein Handbuch für Seelsorger viel gelesen. Seine Bedeutung bezüglich der Reform des Kirchengesangs und der liturgischen Praxis wird heute eher zurückhaltend beurteilt.